Die Platzierung von Drug Eluting Stents beim akuten Myokardinfarkt wurde bis jetzt von vielen Interventionalisten als ungünstig angesehen und dementsprechend vermieden. Es galt die Vermutung, daß im Rahmen eines akuten Verschlusses der Drug Eluter im Gegensatz zum Bare Metal Stent ein höheres Risiko für eine Stent Thrombose haben könnte. Andere führen als Argument an, daß es nicht abzusehen sei, ob der notfallmäßig aufgelegte Patient nicht doch in nächster Zukunft einen elektiven (nicht-kardialen) operativen Eingriff bräuchte. Eine notwendige Langzeitmedikation mit Clopidogrel wäre dann problematisch.
Zumindest die erste genannte Vermutung dürfte nun noch mehr ins Wanken geraten: In einer retrospektiven Studie mit 7217 Patienten mit akutem Myokardinfarkt (sowohl STEMI als auch NSTEMI) verglichen Mauri et. al. Mortalitätsraten und die Notwendigkeit erneuter Revaskularisierungen bei DES und BMS Empfängern: Die DES Gruppe war in beiden Punkten leicht überlegen:
"In conclusion, in patients with myocardial infarction treated with stenting, the use of drug-eluting stents is associated with reduced rates of death and repeat revascularization at 2 years of follow-up, as compared with the use of bare-metal stents."
Drug-Eluting or Bare-Metal Stents for Acute Myocardial Infarction
Mauri L et al. N Engl J Med 2008 Sep 25; 359:1330
Man darf auf die derzeit laufenden randomisierten Studien gespannt sein (HORIZONS AMI)

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