Die neue Leitlinie zur Lungenembolie der European Society ist raus. Die volle Version (40 Seiten) ist quasi als Directors Cut schön zu lesen und gibt einen prima Überblick. Wie immer gibt es auch verschiedene andere Versionen (PocketGuide, PDA Version, Slideset).
Für die Diagnosestellung gibt's zwei schöne Score Systeme, die bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie helfen sollen (Geneva Score und Well's Score). Eine der interessanteren Neuerungen ist auch die neue Einteilung der Lungenembolie in High-Risk, Non-High-Risk (bzw. Intermediate und Low Risk) siehe Grafik.
Je nachdem, ob der Verdacht auf eine High-Risk oder eine Non-High-Risk Lungenembolie besteht sieht der diagnostische Flowchart anders aus. Letztere funktionieren dann, wenn man ein Multi-Detector-CT im Haus hat. Szintigraphie und Angiographie sind damit ziemlich out. Wer kein MDCT hat, kann sich im Baukastenprinzip einen eigenen diagnostischen Flowchart zusammenstellen.
Schön: Bei hochgradigem Verdacht auf eine High-Risk Lungenembolie kann man sich die D-Dimere laut dieser Leitlinie nun schenken und gleich ein TCT machen (Ha, nimm das Radiologe!) Ist der Patient instabil, der Verdacht hoch und auch das Echo passend ist auch eine Lyse ohne CT möglich.
(Flow Charts zur Diagnose)
Bezüglich der Therapie sind bei Patienten im Schock/mit Hypotension neben der Lyse als Alternativen auch die OP ("einfacher EIngriff") und die Katheterfragmentation wieder mehr im kommen. Die Datenlage ist aber schwach. NO und Prostaglandine beim Rechtsherzversagen werden als Optionen erwähnt.
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