In Zeiten, in denen selbst die Großmutter weiss, dass Sie Ihr WLAN verschlüsseln muss, verläßt sich der Hersteller Ihres CRT-ICDs noch auf Security through obscurity: Wird schon keinen interessieren, wie das Abfragegerät mit dem pacemaker spricht. Hat es aber doch, wie dieser schon im März erschienen Artikel einer US-amerikanischen Forscherguppe zeigt:
Pacemakers and Implantable Cardiac Defibrillators: Software Radio Attacks and Zero-Power Defenses (Halperin et.al, 2008)
Nachdem sich die „Hacker“-/Programmierer-Community an dem Artikel erfreute, hatte u.a. auch der SPIEGEL die Meldung gebracht; und nun Ende Juni auch die Cardio News (Auszug, Volltext nur auf Papier). Ein „Attentat mit dem Herzschrittmacher“ (Cardio News) ist dabei derzeit allerdings ziemlich unwahrscheinlich, weil das Lesegerät schon sehr nah am ICD sein muss, um kommunizieren zu können.
Allerdings geht es ja überall in Richtung Internetanschluss von allerlei Geräten. Und jetzt sollen auch die Schrittmacher/ICDs ans Netz. Die FDA hat zumindest zuletzt den „Stratos LV-T“ CRT ICD freigegeben, welcher per Fernwartung abgefragt werden soll:
The Stratos LV-T CRT-P also has BIOTRONIK’s Home Monitoring technology that allows a physician to remotely monitor performance of a patient’s implanted system and condition via the Internet.
In der Gesamtschau der Dinge, würde ich mir das dann als Patient doch noch mal gut überlegen.
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